Mit Wiebke Köhler

Shownotes

Wiebke Köhler ist Unternehmerin, Top-Management-Beraterin, CHRO Axa und McKinsey Alumna, CDU-Expertin für Sicherheits- und Verteidigungspolitik und Autorin. Nach Stationen als Konzernvorstand und Beraterin leitet sie heute die Strategieberatung ImpactWunder.

Im Gespräch mit Dr. Christian Frank zeigt Wiebke Köhler, wie Unternehmen und Gesellschaft vom Reden ins Handeln kommen – gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und hybrider Bedrohungen. Im Fokus stehen erfolgreiche Transformationsprozesse, die Stärkung von Innovationskraft und Unternehmertum sowie die Frage, weshalb Vertrauen zur wichtigsten Währung wirksamer Führung wird. 

Auf Basis ihrer sicherheitspolitischen Arbeit und der engen Zusammenarbeit mit der Bundeswehr leitet Wiebke Köhler Führungsgrundsätze ab, die sich direkt auf Vorstand und Top-Management übertragen lassen: Klarheit in der Kommunikation („Tacheles reden“), konsequente Krisenvorsorge, ein robuster Umgang mit Risiko und Kulturwandel in komplexen Organisationen. Sie stellt ihren neuen Beratungsansatz vor, spricht über ihre Rolle in der Politik, die Zukunft des transatlantischen Verhältnisses zu den USA und die Grenzen einer ausschließlich auf Profit und Leistung ausgerichteten Unternehmenssteuerung. So erhalten C‑Level-Entscheiderinnen und -Entscheider konkrete Impulse, wie sie Vertrauen aufbauen, Resilienz stärken und ihre Organisation in einem Umfeld hybrider Bedrohungen handlungsfähig ausrichten können.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Ich bin Christian Frank und Initiator des Podcasts Mission Machen.

00:00:13: Im Podcast Mission Machen sprechen wir da über wie Vordenkerinnen und Vordenker in Wirtschaft und Gesellschaft Zukunft machen.

00:00:24: Mein heutiger Gast ist der Unternehmerin, Beraterin, Macherin.

00:00:28: Sie ist Autorin, Spiekerin.

00:00:31: sprich gerne Überführung, Macht und moderne Arbeitswelten, aber sie beschäftigt sich und engagiert sich auch sehr stark im Bereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

00:00:41: Sie ist Mitglied der CDU seit vielundzwanzig, dort Vorsitzende des Landesfachausschusses Außensicherheitspolitik in Hamburg und Mitglied des Bundesfachausschusses sowie im Netzwerk Nationale Sicherheit.

00:00:56: Und sie ist auch seit ... Ich freue mich ganz ausgesprochen, dich, liebe Wittke, Wibke Köhler, heute in meinem Podcast Mission machen, begrüßend zu dürfen, liebe Wibke, um dir mal einen eine Botschaft für diesen heutigen Podcast mitzugehen.

00:01:30: Wir reden heute über das Machen.

00:01:32: Also wir reden nicht über das Beraten, sondern wir reden über das Machen.

00:01:37: Wie kommen wir ins Machen?

00:01:38: Wie kommen wir in die Umsetzung?

00:01:39: Ich glaube, das ist das, was die Gesellschaft, was die Politik und vor allem die Wirtschaft braucht.

00:01:45: Was meinst du dazu?

00:01:46: Ja, also erst mal Dankeschön für die Einladung in den Podcast, lieber Christian.

00:01:50: Und mein Motto, das ich sogar mal anlässlich eines Beratungsprojektes tatsächlich bekommen habe, lautet einfach mal machen.

00:01:58: und das haben wir die netten Klienten tatsächlich als Abschied dann auf so eine Torte drauf, drauf gespritzt sozusagen mit so einer kleinen Zieldüse einfach mal machen.

00:02:07: Insofern, das ist mein Motto und ich fühle mich unter diesem Motto in deinem Podcast sicherlich sehr wohl.

00:02:13: Sehr gut, dann lass uns doch gleich anfangen.

00:02:16: Sag mal, was sind eigentlich die Themen, mit denen die Kunden heute auf dich zukommen, wenn sie dich anrufen für irgendwelche Beratungsmandate?

00:02:26: Gut, die Themen jetzt rein aus einer wirtschaftlichen Perspektive sind ganz häufig die der Transformation, wie wir eine Belegschaft bewegen aus so einer sehr zurückgelehnten Nehmerhaltung vielleicht, das ist jetzt ein bisschen sehr puhontiert besprochen, aber trotzdem aus so einer Haltung heraus in eine stärkere Machhenderolle zu kommen.

00:02:48: Denn natürlich im Konzern hat man sehr häufig ja den Fall, dass es sehr viele andere Personen auch gibt, es geht am Ende.

00:02:55: Oder es passiert nicht so viel Schlimmes, wenn der Einzelne tatsächlich mal einen Tag oder eine Woche oder ein Monat ausfällt.

00:03:02: Und das Ganze hat sich aber natürlich so ein kleines bisschen Litagi ausgewachsen.

00:03:09: Also jedenfalls vermisse ich häufig eine echte Innovationskraft, einen echten Unternehmergeist und eine tatsächliche Bereitschaft, auch mal ins Risiko zu gehen.

00:03:18: Und das ist ja auch aus gutem Grund so, das ist über viele Jahrzehnte ebenso auch gelebt worden.

00:03:23: Und wenn Klienten anrufen, dann eben sehr häufig, um eine andere Kultur, um andere Werte nach vorne zu stellen und eben auch zu mehr Selbstverantwortung und Initiative eigentlich aufzurufen.

00:03:34: Das sind, würde ich sagen, so die größten Themen.

00:03:37: Ich mache eben sehr viel Transformationsberatung, aber eben auch Organisationsentwicklung oder teilweise geht es auch um eine Strategie angesichts einer sicher ständig verändernden Ausgangslage.

00:03:47: Wie kann man eigentlich im Verhältnis zu den Wettbewerbern da die Nase vorne behalten?

00:03:52: Und nicht zuletzt auch das Thema, wie halte ich oder binde ich eigentlich meine wertvollen Ressourcen, nämlich meine Mitarbeiter und woher gewinne ich eigentlich?

00:04:03: auch diejenigen am Markt, die ja im Wettbewerb oder sage ich mal umworben werden von meinen Wettbewerbern eben auch.

00:04:08: Also das sind so die klassischen Themen, das ist vielfältig, sagen wir uns mal so.

00:04:13: Aber es ist zumindest so, dass Unternehmen dann aktiv auf dich zugehen und willens sind und auch Transformation haben wollen, sich aus dieser Komfortzone herausbewegen wollen.

00:04:22: Ich stelle ja auch fest, dass wir trotzdem, es solche Initiativen gibt ja auch viele Unternehmen vielleicht noch nicht so weit sind, sich zurücklehnen alle auf den Staat warten und hoffen, dass der es richtet und diese Lethargie von der du vorhin gesprochen hast.

00:04:37: immer noch so ein bisschen Teil der Wirtschaft und Teil der Gesellschaft ist.

00:04:41: Bemerkst du das oder siehst du da schon eine Trendwende?

00:04:45: Nein, das bemerke ich durchaus.

00:04:47: Es ist aber aus meiner Sicht so, dass sehr viele in diesen Unternehmen so ein bisschen angstvoll sind.

00:04:54: Und das ist jetzt natürlich ein großes Wort.

00:04:56: Aber ich habe wirklich das Gefühl, dass viele einen möglichen Shitstorm, sei es jetzt durch die Kunden, durch die Gesellschaft oder auch durch die Kollegen, fast mehr fürchten.

00:05:06: als der Teufel, das berühmte Weihwasser.

00:05:08: Und aus dieser Sorge, dass man irgendwo was falsch macht, man einfach sehr vorsichtig ist.

00:05:15: Und ja, auch das, wie gesagt, erklärt sich natürlich aus der Historie und aus Beispielen.

00:05:20: Denn wenn du natürlich im Unternehmen so etwas mal erlebt hast, wie jemand abgestraft wurde, weil er vielleicht ein sehr mutiges Unterfangen vorangetrieben hat, dann lernt die gesamte Organisation daraus.

00:05:30: Und dann machst du das eben beim nächsten Mal nicht mehr.

00:05:34: Deswegen aus meiner Beobachtung heraus gibt es immer noch zu wenig Unternehmertum.

00:05:39: Und natürlich eben auch, du bist nicht ein Unternehmen mit fünfzig Personen vielleicht, sondern eher mit zwanzigtausend.

00:05:45: Und da gibt es natürlich dann viele andere und auch viele gute Gründe, warum manche Dinge nicht so schnell gehen.

00:05:51: Aber insgesamt, glaube ich, sagen zu können für die deutsche Gesellschaft, fehlt uns ein ganz gutes Maß an Innovationskraft und Unternehmergeist, das es in anderen Ländern ja durchaus gibt.

00:06:03: Ja, jetzt reden wir ja über das machen und wir reden über das umsetzen.

00:06:07: Wie kriegst du dann, wenn du in so einem Unternehmen reinkommst und zumindest schon mal die Mentorenschaft der Geschäftsführung des Vorstandes hast und genießt, wie kriegst du dann die Organisation aus dieser Komfortzone in einen Umsetzungsmodus oder in einem Machenmodus?

00:06:23: Wie gelingt dir das?

00:06:24: Ja gut, also du hast eben gerade den wichtigsten Stellhebel finde ich schon mit angesprochen.

00:06:28: Es geht tatsächlich nur, wenn... die Geschäftsführung oder halt der Vorstand das Ganze auch mit unterstützen.

00:06:34: Und es gibt ja zum Glück auch sehr viele, die unbedingt den Willen haben, so eine Veränderung daher beizuführen und oder es auch einfach müssen angesichts zum Teil wegbrechender Märkte.

00:06:44: Also damit steht und fällt es aber natürlich, denn jeder guckt unbewusst nach oben auf seine Vorbilder im Unternehmen und wenn die sich so verhalten wie die letzten dreißig Jahre auch, dann wird sich natürlich der Einzelne auch denken, warum soll ich mich jetzt verändern?

00:06:57: Also es geht damit los, dass gute Vorbilder existieren, Meinungsführer im Unternehmen gewonnen werden, die das Ganze auch mit treiben.

00:07:05: Und dann geht es sehr häufig eigentlich darum, gemeinschaftlich mit den Betroffenen zu erarbeiten, wie man denn miteinander arbeiten möchte.

00:07:14: Und wenn man Menschen da die Gelegenheit gibt, einfach mal selber zu sagen, was sie gut finden und nicht in so einer Art geschützten Umgebung, ja, also in einem Raum, wo keiner jetzt befürchten muss, dass irgendwas... kritisch ist, dass geäußert wird, zurückfällt auf einen, dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele auch wirklich dazu bereit sind.

00:07:32: Es sind dann auch immer die gleichen heiligen Kühe, die sind eigentlich den meisten Leuten ja bekannt und die kommen dann halt auch auf den Tisch.

00:07:38: und dann gilt es da, gemeinsame Lösung zu finden und eben gemeinsam zu verabreden, wie so eine Art Gesellschaftsvertrag für das Unternehmen eben zu verabreden, wie man miteinander arbeiten und umgehen möchte.

00:07:50: Das ist der einfache Teil.

00:07:52: Schwierig ist es dann natürlich hinterher, das auch wirklich umzusetzen.

00:07:56: Und da ist leider auch wahr, es wird natürlich immer Personen geben, die da nicht mitziehen.

00:08:02: Das muss man, glaube ich, auch akzeptieren, solange das irgendwie unterkritisch bleibt.

00:08:07: Also, wenn es drei oder vier Prozent der Belegschaft sind, dann, glaube ich, kann man damit umgehen.

00:08:11: Man muss es dann auch unterlegen mit bestimmten Kriterien, wie ein solches Verhalten gemessen, also erst mal überhaupt beobachtbar gemacht wird, im Positiven wie auch bei negativen Ausfällen.

00:08:21: Und man muss es aus meiner Sicht auch belohnen.

00:08:24: Jetzt nicht unbedingt einmal alles monetär, aber es muss sichtbar sein, welches Verhalten wirklich geduldet wird und welches halt nicht.

00:08:31: Outcome, transformierte Organisationen.

00:08:34: oder ist es ein Prozess, den du anstößt und dann in der Organisation gewissermaßen übergibst und hier, weiß nicht, paar Agents, Change Agents diese Aufgabe dann weit übernimmt, übergibst?

00:08:47: Ja, das kann nur so gehen.

00:08:49: Als Berater bist du natürlich trotz, bist du ja gar nicht Teil dieser Organisation.

00:08:52: Du kannst also ein Prozess begleitend moderieren und auch Impulse geben, aber danach muss es übergeben werden in die Organisation.

00:09:00: Und es braucht es auch für die Glaubwürdigkeit.

00:09:02: Also als Berater kannst du ja viel von der Seitenlinie aussagen, aber es muss dann schon auch von den eigenen Führungskräften gelebt, vorgelebt und eben auch durchgesetzt werden.

00:09:11: Insofern, ja, man erarbeitet das gemeinsam, dann übergibt man das, man definiert gemeinsam mit.

00:09:16: Ja, wie du schon gesagt hast, Change Agents, die dann eben mit klar definierten Rollen für einen Zeitraum von wahrscheinlich sogar Jahren das Ganze irgendwie mit stützen und mit ja durchtragen.

00:09:28: Es ist tatsächlich in so einer kulturellen und Verhaltensänderung niemals der Sprint, sondern eher immer der Marathon.

00:09:35: Und ich glaube, dass das vielen so nicht bewusst ist.

00:09:38: Aber wenn du in eingefahrenen Verhaltensweisen bist, die du auch nicht groß hinterfragt hast und die einfach die Kultur des Unternehmens so geprägt haben, dann musst du schon irgendwo sehen, dass du das auch ein bisschen nachhaltig neu verankerst.

00:09:51: Also von daher, das wird übergeben und dann muss das Unternehmen sehen, dass sie das sozusagen weiter am Leben halten, nicht mit verschiedensten Maßnahmen.

00:10:06: Das ist ja auch aktuell ein Riesendiskussionspunkt bei uns in Deutschland, dass uns die Wettbewerbsfähigkeit abgesprochen wird oder sich teilen, die Unternehmen selbst die Wettbewerbsfähigkeit absprechen oder glauben in den nächsten fünf Jahren nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein.

00:10:20: Wie gelingt es in solchen auch die Innovationsfähigkeit in Organisationen wieder zu erhöhen oder vielleicht überhaupt wieder zu entfesseln.

00:10:30: Also ich nehme wahr, dass sehr häufig unfassbar viele Bedenktenträger aus der Ecke kommen, in dem Moment, wo man irgendwie versucht zu hinterfragen, erstens, warum machen wir es eigentlich so?

00:10:40: und zweitens, können wir nicht den gesamten Prozess mal auf den Kopf stellen oder können wir nicht die Vorschrift Selten gibt es dann Leute, die sagen, das ist meine gute Idee, sondern dann kommen ganz viele, das sind nicht immer Juristen, aber häufig auch Juristen, die dann sagen, nee, also so geht das aber nicht, da kommen dann folgende Bedenken und dies und das.

00:11:00: Und ich verstehe, dass wir natürlich Gesetze haben, ich möchte auch unbedingt dazu aufrufen, sich an alle Gesetze zu halten.

00:11:07: Aber wenn es Spielräume gibt, dann finde ich durchaus, dass man doch mal fragen darf, wo und wie ... können wir das jetzt wirklich mal anders machen.

00:11:15: Und insbesondere, wenn es keine gesetzlichen Einschränkungen irgendwelche Art und Weise gibt, dann muss es doch erlaubt sein, zumindest mal frisch zu denken.

00:11:23: Und da glaube ich, harbert es so ein bisschen, weil wir, wie gesagt, das auch bequem finden, in eingeschwungenen Faden sozusagen voranzuschreiten.

00:11:32: Aber es gibt ja zum Glück nicht immer die jungen Wilden, es sind auch häufig die Jungen, aber es gibt auch durchaus Menschen, die aus anderen Branchen, sag ich mal, in eine... etablierte andere Branche reinkommen und natürlich in anderen Branchen andere Dinge gesehen haben mit guten Ideen kommen.

00:11:46: Die sollte man, finde ich, durchaus mal hören und nicht immer gleich schon im Keim ersticken.

00:11:50: Also das, was man ja bei einem guten Brainstorming eigentlich erlaubt.

00:11:54: Ja, man steht vom Flipchart.

00:11:56: Erst mal darf jede Idee gelten und dann kann man sie hinterher bewerten und muss es ja auch.

00:12:01: Dann kommt sozusagen die Prüfung und die Falsivizierung des Ganzen.

00:12:04: Aber erst mal überhaupt so eine Idee zuzulassen und auch erst mal überhaupt dieses Out of the Box-Denken zu ermöglichen.

00:12:11: Das würde ich doch tatsächlich vielen anraten, das überhaupt möglich zu machen oder auch ganz konsequent einfach regelmäßig in jetzt nicht übertrieben, nicht jede Woche, auch nicht jeden Monat, aber doch vielleicht ein, zwei Mal im Jahr einfach auch mal mit den Mitarbeitern zu machen.

00:12:27: Ja, du bist ja auch im Bereich Verteidigung und Sicherheitspolitik super engagiert.

00:12:35: Vielleicht sagst du uns mal ganz kurz, wie das gekommen ist.

00:12:39: Das ist in der Tat so ein bisschen von der Seitenlinie heraus entstanden und wächst sich immer weiter und weiter zu einem echten Leidenschaftsthema für mich wirklich aus.

00:12:49: Es ist entstanden in Zwanzigneunzehn aufgrund eines Buchrecherche-Projektes, also eines Projektes, bei dem es ging um Führungsgrundsätze in kritischen Lebenslagen.

00:13:00: Und das hat mich geführt damals zur Bundeswehr, für mich auch wirklich das erste Mal und dann auch gleich zum Kommandospezialkräfte, dem KSK.

00:13:09: Und dieser Tag da, der hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt.

00:13:13: Und zwar, weil ich da auf Menschen getroffen bin, die eine Kombination mitbringen von allerhöchster Professionalität mit einer unglaublichen Präzision, und zwar in Momenten, in denen es ja tatsächlich, und das ist jetzt kein Orchymismus, in denen es wirklich um Leben und Tod geht zum Teil, und dann aber noch versehen mit einer ganz starken Bereitschaft, selber Leistung zu bringen und das auch abzurufen und mit Werten wie Bescheidenheit und Demut.

00:13:43: Also, da war irgendwie so unglaublich viel drin an diesem Tag und ich war einfach unfassbar begeistert nach dem Ende dieses Besuches und hab bei mir gedacht, ich muss mehr darüber wissen.

00:13:53: Und das war, wenn man so will, der Anfang einer Leidenschaft.

00:13:56: Eigentlich bin ich geneigt, zu sagen, liebe bis heute, weil ich liebe meine Kameraden, ich liebe die Bundeswehr und vor allen Dingen den Auftrag, den sie erfüllen.

00:14:04: Und insofern habe ich mich danach dann in den letzten Jahren jetzt intensiv mit den Kameraden beschäftigt, mit den Menschen in Uniform, aber auch mit ihren Aufträgen.

00:14:13: Und daraus hat sich dann Sicherheits- und Verteidigungspolitische Aktivität ergeben.

00:14:20: Jetzt mal ganz kurz zurück zu der beratende transformatorischen Tätigkeit.

00:14:25: Beeinflusst dich das jetzt in den letzten Jahren diese Dinge, wie du was von Werten gesprochen, von Disziplin gesprochen, von Genauigkeit gesprochen?

00:14:37: Ist das was, was dann auch in deine Beratungstätigkeit in Transformationsmethodiken in deine Programme einfließt?

00:14:46: Ja, absolut.

00:14:47: Also insbesondere Führungsgrundsätze.

00:14:49: Die habe ich mir jetzt wirklich mittlerweile auch übrigens bei Bundespolizei, also GSG-neuen und ähnlichen anderen einfach nochmal genauer angeguckt und da finde ich tatsächlich, dass die Kernprinzipien dahinter natürlich genauso gut auch in zivilen Welten und in Managementwelten funktionieren, aber vor allen Dingen auch die Werte, denn da steckt wirklich vieles drin, die Bundeswehr nennt es Kameradschaft.

00:15:10: Wir würden es vielleicht solidarisch oder Solidarität nennen.

00:15:14: Im Prinzip steckt da ganz viel dahinter von... Ich allein kann die Welt nicht retten, aber wir im Team können es schon und jeder kann an seinem Platz einen Beitrag leisten.

00:15:23: Und das finde ich wirklich irgendwie eine Sicht auf die Welt, die erstens höchstpersönlich gut ist, weil man sich selber nicht überschätzt und auch nicht für das Wichtigste auf der Welt hält und gleichzeitig eben andere an ihrem Platz würdigt und auch mitnimmt.

00:15:35: Und das sind aus meiner Sicht wirklich Werte oder Einstellungen, die egal in welchem Umfeld absolut gelten und die Deswegen meine Arbeit beeinflusst haben, aber ich muss auch, ehrlich sagen, mich selber auch verändert haben.

00:15:48: Also jeder, der mich aus alten Zeiten noch in meiner McKinsey-Zeit kennt, glaube, ich würde wissen, dass ich wirklich ein anderer Mensch geworden bin, meine Familie bestätigt mir das.

00:15:58: Und ich will mal so sagen, also höher, schneller, weiter war immer schon ein Motto, dass einfach mal machen auch, dass mich immer schon begleitet hat, aber so ein bisschen dieses Bescheidenheit und Demut.

00:16:09: Es sind einfach Werte, die in meinem Vokabular nie vorgekommen sind.

00:16:13: Also, ich hoffe, ich bin nicht derjenige gewesen, der immer übertrieben laut auch da, sage ich mal, auf den Busch geklopft hat.

00:16:20: Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich, glaube ich, ein sehr bescheidener Mensch gewesen bin.

00:16:24: Und mittlerweile sehe ich das doch ein Tick anders.

00:16:27: Also, insbesondere, wenn ich so Menschen sehe, die Unglaubliches leisten und auch in Gefahrensituationen wirklich bereit sind, Dinge zu tun, wo wir alle eigentlich eher schreiend weglaufen würden.

00:16:37: Das hat mich schon geprägt.

00:16:38: Und von daher bin ich den Kameraden da wirklich sehr dankbar, weil das ... mich richtig zum Nachdenken gebracht hat darüber, worum es im Leben eigentlich geht und was man alleine schaffen kann bei aller Selbstforderung.

00:16:51: Ich bin ja nicht der Meinung, man darf sich jetzt zurücklehnen, sondern natürlich muss man selber auch leisten.

00:16:55: Aber das in dieser kameradschaftlichen Art und Weise zu tun, das finde ich einfach klasse.

00:17:00: Und insofern, die Antwort ist, es hat mich auf jeden Fall verändert als Person und es hat damit auch, glaube ich, mein Beratungsansatz verändert.

00:17:08: Ja, wenn man am Ende des Tages braucht einen Team, brauchen wir Kameraden, um nach vorne zu kommen, um Dinge zu bewältigen, ganz alleine auf sich gestellt, ist nicht immer die beste Option.

00:17:19: Nein, und ich will mal ein Beispiel geben.

00:17:21: Also ich selber bin ja nun auch Konzernvorstand Personal gewesen und wir haben, da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen, wenn wir über Menschen und Potenziale von Führungskräften zum Beispiel gesprochen haben, immer zwei Achsen angeguckt, nämlich einmal die Achse... Wie sehr ist die Leistung in der heutigen Rolle?

00:17:36: Also wie stark ist die ausgeprägt?

00:17:38: Und zweitens, welches Potenzial für größere Aufgaben hat jemand?

00:17:42: So.

00:17:42: Erst mal ist mit diesem Quadranten, finde ich, jetzt auch überhaupt nichts verkehrt.

00:17:46: Wenn man sich aber jetzt eben mit Spezialkräften zum Beispiel weltweit, nicht nur bei der Bundeswehr beschäftigt, dann kommt eine weitere dritte Achse dazu, die alle anderen beiden überstrahlt.

00:17:56: Und diese Achse heißt Vertrauen.

00:17:59: Und wenn es ist zum Beispiel, also bei Spezialkräften so, wenn jemand nicht das Vertrauen seines Kommandotrupps genießt, dann wird er nicht zum Führer, Anführer dieses Kommandotrupps ernannt, egal welche Leistung er bringt und egal welches Potenzial er hat sozusagen für zukünftige Aufgaben.

00:18:17: Vertrauen ist da tatsächlich die Kernwährung, die alles entscheidet und da sozusagen die Soldaten da auch ihren Anführer selber auswählen und das nicht von oben sozusagen aufoktroiert wird, spielt eben dieses Vertrauen als Währung eine ganz wichtige Rolle.

00:18:31: macht ja auch Sinn jetzt in Klammern, denn das sind Menschen, die in Lebensgefahr sind, die wollen alle lebend idealerweise wieder nach Hause kommen, so.

00:18:38: Ich habe jetzt in den Welten, in denen du und ich uns bewegen, nicht festgestellt, dass Vertrauen die wichtigste Währung da ist.

00:18:45: Im Gegenteil, wir befördern Menschen, die unglaublich die Leistung stark sind, die auch ein gutes Potenzial haben.

00:18:51: Und wir befördern sie auch dann, wenn sie toxisch sind.

00:18:54: Also wenn sie nichts für ihre Mitarbeiter tun oder Mitarbeiter verbrennen, habe ich tausendmal gesehen in meinem Leben, Und wenn du durch Unternehmen durchgehst und in der Kantine einfach guckst, es kann dir auch jeder sagen, wer der Toxiker ist.

00:19:05: Es weiß jeder.

00:19:07: Aber interessanterweise machen diese Personen trotzdem Karriere.

00:19:09: Da frage ich mich dann schon, wie ernst nehmen wir das eigentlich?

00:19:12: Und ja, Gott sei Dank geht's im Unternehmen nicht um Lebensgefahr und so weiter.

00:19:16: Aber irgendwie finde ich dieses gesamte Thema vertrauensvoll zusammenarbeiten.

00:19:20: Dann doch sehr wichtig und ich finde da könnten wir einen Moment mal drüber nachdenken, wie wir das in Unternehmenswelten etabliert kriegen.

00:19:27: Ja.

00:19:28: Das ist interessant.

00:19:30: Wie geht man damit um?

00:19:31: Ist das dann doch in einer kapitalistisch auf Profit ausgerichteter Organisation oder System der Profit des Umsatzsteigerungen, des Wachstum, Marktanteile, die wertvollere Anführungszeichenwährung als vertrauensvolle Umgang?

00:19:55: Ich finde, das muss gar kein Widerspruch tatsächlich sein, denn wenn du Menschen vermittelt, dass sie dir über den Weg trauen können und dass du Absprachen, die du gesetzt hast, dann noch einhältst und dass du sie förderst und weiterentwickelst und so weiter, dann kriegst du doch von den meisten Menschen wirklich sehr viel zurück.

00:20:13: Die sind doch dann eigentlich in so einem Umfeld sehr viel begeisterter und engagierter und fragen eben auch nicht nach der Uhrzeit, wenn es siebzehn Uhr ist oder siebzehn Uhr dreißig, sondern ... Arbeiten weiter und übernehmen auch ein Sonderprojekt und bringen dann tatsächlich ja auch kreativ eigene Ideen mit ein.

00:20:27: Aber das machst du doch wirklich auch nur, wenn du einen Vorgesetzten hast oder ein Umfeld, in dem das irgendeiner wertschätzt und würdigt.

00:20:34: Ansonsten lässt du das und entweder machst du da deinen normalen Job von acht bis siebzehn Uhr oder wie lang auch immer.

00:20:41: Oder du entwickelst dich woanders hin und sagst, dieser Arbeitgeber ist es nicht für mich und ich gucke woanders.

00:20:46: Deswegen glaube ich, auf Profit ausgerichtet zu sein, ist absolut richtig, gar keine Frage auf Leistung auch.

00:20:52: Aber wie ich das erreiche, nämlich mit einer Art von sehr positiv ausgerichteten Schicksalsgemeinschaft, so nenne ich das jetzt mal, ja?

00:20:59: Das hat doch einen ganz eigenen Spin.

00:21:02: Da ist doch richtig.

00:21:02: dann Motivation im Raum und die Leute sagen, hey, Chucker, wir sind doch eigentlich cooler.

00:21:07: Und ich hab das mal in den USA gelebt, er lebt bei Coca-Cola.

00:21:10: Da gab es damals so Anfang der Neunziger immer einen Totalen ... Kampf zwischen Pepsi und Coca Cola.

00:21:16: Und da wurde jeden Tag irgendwie draufgeguckt, was sind die Marktanteile in Region XY?

00:21:21: und ist Coca Cola vorne oder Pepsi.

00:21:23: Und das gab so einen richtigen Spin, deswegen Schicksalsgemeinschaft.

00:21:26: Wir gegen die anderen, ja?

00:21:28: Und insofern, das gibt es ja auf Unternehmenseite auch.

00:21:31: Ich finde, wirklich, man kann das positiv machen und... Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, wenn du Menschen vermittelst, dass du sie nicht am nächsten Zaunfall, sag ich mal, deine eigenen Karriere opfast oder sie einfach nur komplett sinnlos ausnutzt, dann sind Menschen dankbar und dann engagieren die sich auch.

00:21:46: Kann man Vertrauen lernen?

00:21:48: Also kann man Vertrauen lernen?

00:21:51: Was meine ich damit?

00:21:52: Kann man lernen, Vertrauenswürdig zu sein?

00:21:55: Oder ist es Teil einer Persönlichkeit?

00:21:58: Ich glaube, also ich bin jetzt hier kein Soziologe, ich glaube, es ist Teil deiner Persönlichkeit.

00:22:03: ob du es hast oder nicht.

00:22:04: Und dann musst du es irgendwie noch glaubwürdig vermitteln.

00:22:08: Es hilft natürlich, wenn du das irgendwie in deiner Kommunikation vermitteln kannst.

00:22:12: Am Ende aber natürlich hängt es davon ab, wie du handelst.

00:22:16: Es gilt dann tatsächlich, erzählen dann ja nicht nur Worte, sondern auch wirklich deine Taten.

00:22:20: Und man kann nicht immer das einhalten, was versprochen wurde.

00:22:23: Ich glaube, das ist auch klar.

00:22:25: Dann gilt es aber, finde ich, darum mindestens mal ganz offen und transparent darüber zu kommunizieren und zu sagen, habe ich mich versehen.

00:22:32: habe ich zu viel versprochen, kann das jetzt nicht einhalten?

00:22:34: Ich biete dir folgendes an, x, y. Auch das sozusagen ist ja wertschätzend.

00:22:38: Und ich glaube, Menschen sind aller Erwachsen, die schätzen halt, wenn du ihnen nicht einen Apfel für ein U, also einen A für ein U vormachst, sondern wirklich einfach tachelis redest, ja, mit aller gebotenen Wertschätzung.

00:22:49: Ja.

00:22:50: Nommal oder jetzt, lass uns mal ein bisschen tiefer einsteigen, das Thema Sicherheitspolitik, weil uns das ja auch als Gesellschaft und auch als Wirtschafts-, Wirtschafts- und Einheiten durchaus massiv beeinflusst.

00:23:06: Du bist in dem Landes-Hachauschuss für Aus- und Sicherheitspolitik.

00:23:13: Was diskutiert man da und was für ein Impact hat das dann letztendlich auch für Gesellschaft und Wirtschaft?

00:23:20: Ist das jetzt mal so ein Think Tank der Partei oder der Politik oder hat es dann unmittelbare Impact, Einfluss auf, sagen wir mal, eure Region, auf Wirtschaft, auf Gesellschaft.

00:23:35: Na gut, dieses gesamte Thema Sicherheitspolitik funktioniert aus meiner Sicht eben tatsächlich nur über den politischen Arm.

00:23:41: Insofern ist ja aus meinem Interesse für Bundeswehr und dem intensiven Beschäftigen damit, was Soldaten eigentlich für einen Kernauftrag haben, dann ebenso die politische Aktivität entstanden.

00:23:52: Du kriegst ansonsten... wirklich gar nichts verändert.

00:23:55: Also es geht aus meiner Sicht nur über den politischen Abend so.

00:23:58: Was macht man dann in einer Partei?

00:24:00: Idealerweise sitzt du natürlich im Bundestag, dann kannst du da direkt Initiativen einbringen, die Koalition oder deine Fraktion diskutiert dann bestimmte Gesetzesvorhaben oder Initiativen.

00:24:10: Und so wird ja dann am Ende irgendwann hoffentlich ein Gesetz draus und damit verändern sich Dinge.

00:24:16: Jetzt sitze ich nicht im Bundestag.

00:24:18: Insofern sind diese Landesfachausschüsse, und ich sitze ja auch im Bundesfachausschuss der CDU, in Berlin sind programmatische Fingtanks, wenn du so willst, die das Ohr am Markt haben, also in dem Fall an der Bundeswehr, an der NATO, an den Sicherheitsbehörden und daraus Schlüsse ziehen, was denn eigentlich gemacht werden müsste.

00:24:39: Also welche Gesetze, welche Initiativen auf den Weg gebracht werden müssen.

00:24:43: Und das ist im Prinzip die Programmatik, die jede Partei hat und die dann der Fraktion oder auch der Partei auf Bundesparteitagen dann eben vorgelegt wird.

00:24:52: in der Hoffnung, dass sich das dann übersetzen lässt irgendwie in Gesetze.

00:24:55: Das ist im Prinzip der Auftrag und ich freue mich sehr, dass ich da vom Generalsekretär auch auf Bundesebene mit reinberufen wurde, weil um mich herum sitzen ansonsten nur Landtags- und Bundestagsabgeordnete.

00:25:06: Aber dadurch, dass ich mich jetzt intensiv eben seit sechs Jahren damit beschäftige und auch wirklich sehr bekannt bin in dem Thema und sehr intensiv drinnen stecke, bin ich eben als Experte mit reinberufen.

00:25:16: Und was diskutiert man da?

00:25:18: Also ich geb dir mal den... ganz aktuell vielleicht paar Beispiele.

00:25:22: Natürlich zum einen die Frage, wie sieht das zukünftige transatlantische Verhältnis eigentlich zwischen Deutschland und den USA aus?

00:25:29: Und was ist denn da nicht nur die Rolle Europas, sondern gegebenenfalls auch die Rolle Deutschlands?

00:25:34: Was muss sie sein und wie kann man das erreichen?

00:25:37: Ein zweites Thema ist zum Beispiel die Frage, was würde denn eigentlich passieren oder wie würden wir reagieren?

00:25:44: Sollte Trump, sag ich mal, wahr werden lassen, was er angekündigt hat, dass er vielleicht aus der NATO austritt?

00:25:50: Was ganz genau bedeutet das für die Verteidigungsfähigkeit in Europa?

00:25:54: Oder ein drittes Thema, wie kann man in Deutschland eigentlich eine andere Werwilligkeit, einen anderen Verteidigungs-IQ, herstellen?

00:26:03: Und wie geht das überhaupt in einem Land, das die Bundeswehr überhaupt Streitkräfte eigentlich nie wahnsinnig gewertschätzt hat, zumindest nicht in den letzten dreißig Jahren und oder auch vergessen hat.

00:26:15: Und wie kann man da eigentlich diese Diskussion wieder vernünftig initiieren?

00:26:19: Das sind so Beispiele für Themen.

00:26:21: Und natürlich wird dann in einem Expertenkreis darüber diskutiert.

00:26:25: Es werden verschiedene Dinge angeguckt.

00:26:26: Es werden auch weitere Experten aus den Sicherheitsbehörden eingeladen und dann auf der Basis ein Programm erarbeitet.

00:26:33: Also ihr liefert dann gewissermaßen eure Gedanken in einen... In

00:26:38: die Fraktion... In dem Bundesvorstand ganz genau, also sozusagen über die Parteiamme, damit dann so etwas hoffentlich von den Bundestagsabgausenden aufgenommen wird und dann irgendwie übersetzt wird in Gesetze.

00:26:50: Ja.

00:26:51: Ja.

00:26:51: Ja.

00:26:52: Jetzt hast du klar über die transatlantische Brücke gesprochen, auch über Trump mit seinen wirklicherweise erratischen Blick auf die NATO.

00:27:00: Jetzt haben wir gerade vor ein paar Tagen... Die neue Nationale Sicherheitsstrategie aus den USA gehört, die hat ja auch für viel Aufsehen erregt.

00:27:08: Wie blickst du da drauf, jetzt auch gerade mit deiner täglichen Arbeit, auch in diesen Ausschüssen gegeben im Fall?

00:27:16: Naja, das, was jetzt da niedergeschrieben ist, ist ja mehr oder weniger das, was seit der letzten Münchner Sicherheitskonferenz jetzt im Frühjahr eigentlich von der US-Regierung tatsächlich fast täglich auch erwähnt wird, sei es jetzt von Trump oder Vance oder... egal welcher Vertreter der US-Regierung das sagt.

00:27:33: Also insofern war es für mich in dem Sinne nicht überraschend.

00:27:37: Es ist natürlich trotzdem erschütternd, mit welcher Klarheit Europa da abgewarzt wird und ich denke auch keiner von uns schließt sich diesem Lagebild so komplett an.

00:27:47: Aber man muss natürlich damit umgehen, dass die Amerikaner zunehmend weniger bereit sind für Europa den Steigbügelhalter, sag ich mal, zu geben, insbesondere beim Thema Verteidigung.

00:27:59: und einfach viel mehr erwarten.

00:28:00: Und ich sehe im Augenblick eigentlich nicht so wahnsinnig viel, was wir da europäisch mitbringen.

00:28:07: Denn auch wirtschaftlich, das geht ja nicht nur um Sicherheitspolitik, es ist ja auch wirtschaftlich so, dass wir da nicht so stark dastehen, insbesondere auch nicht in Deutschland mit dem vierten Jahr jetzt in der Rezession, aber jedenfalls überhaupt nicht der Innovations- und Wachstumsmotor sind.

00:28:22: Und deswegen Trump natürlich auch deswegen wahrscheinlich nicht den großen Respekt vor uns hat.

00:28:27: den wir eigentlich über viele Jahre genossen haben.

00:28:30: Also das heißt, man muss erst mal mit der Situation umgehen, aber sich dann schon ernsthaft fragen, wie können wir uns daraus entwickeln?

00:28:38: Also zum einen, wie kann Europa denn schneller verteidigungsfähig werden?

00:28:41: Und zum zweiten, wie können wir den Wirtschaftswachstum und Innovation überhaupt Unternehmergeist wieder stärker bei uns etablieren?

00:28:49: Und dann bist du ganz schnell bei EU, bei Bürokratieabbau und ähnlichen Themen.

00:28:55: Und da wissen wir alle, wie schwer das ist.

00:28:57: fällt offensichtlich, davon manchen Vorschrift, Lagen und bürokratischen Prozessen eben auch Abstand zu nehmen.

00:29:03: Weil wir haben doch auf der anderen Seite unheimlich viel, also zumindest verspüre ich, dass Start-up-Aktivitäten, vielleicht ist es nicht nur Start-up-Aktivitäten, wenn man sich Rhein-Mittal anguckt, die ja doch sehr, sehr, sehr aktiv ist jetzt in den letzten, sagen wir mal gefühlt, zwei, drei Jahren auch jetzt hier gerade nochmal zurück zu den Start-ups, Drohnen, Technologie, Space.

00:29:24: Da kommt doch eigentlich viel.

00:29:26: Oder ist es zu wenig,

00:29:27: zu klein,

00:29:29: zu regional, zu national, um eben hier wirklich eine Relevanz aufzubauen?

00:29:36: Also es ist zu wenig und das ist auch zu langsam.

00:29:38: Das würde ich so zusammenfassen.

00:29:39: Es passiert was absolut, gar keine Frage.

00:29:42: Aber jetzt nur mal beim Thema Verteidigung fließen in den USA ungefähr fünfzehn Prozent der Verteidigungsinvestitionen in Innovation.

00:29:50: In der EU in Summe glaube ich vier Komma sieben Prozent und in Deutschland nur zwei Prozent.

00:29:56: Das heißt also in Summe schon, wir investieren viel zu wenig in innovative Ansätze in junge Startups und es gibt natürlich ein paar Einhörner da draußen gar keine Frage, aber in Summe flächendeckend ist das, hat das nicht die gleiche Bedeutung wie in den USA.

00:30:10: Das ist glaube ich das eine und wir machen es ja auch erst jetzt relativ neu.

00:30:14: Die Amerikaner haben damit nie aufgehört, genauso wie manch andere Länder, nicht aber die.

00:30:19: Wir Deutschen und auch andere Länder, europäische Partnerländer hier in der NATO, haben das in den letzten dreißig Jahren eben so ein bisschen anders gesehen und uns in falscher Sicherheit gewogen und klar ist da jetzt umgesteuert worden, aber es geht immer noch wirklich zu langsam.

00:30:35: Und das kann man, finde ich, ganz gut auch sehen, wie schnell man Innovation lernen und leisten kann, wenn du wirklich unter Druck bist, so wie die Ukraine, die mit ihrer Drohntechnologie da nicht lange fragen.

00:30:48: gibt es hier eigentlich einen Bescheid aus der und der Gesetzgebung, sondern wir müssen das jetzt probieren.

00:30:55: Funktioniert es?

00:30:55: Ja, nein.

00:30:56: Dann wird getestet, adjustiert und dann wird es auch direkt sozusagen an die Frontlinie gebracht.

00:31:00: Davon sind wir irgendwie entfernt.

00:31:03: Also dieses Bedrohungsgefühl haben wir hier in Deutschland nicht.

00:31:07: Und das halte ich eigentlich für nicht richtig.

00:31:09: Natürlich sind wir zum Glück nicht im konventionellen Krieg, aber im hybriden sind wir alle mal.

00:31:14: Ja, also das zeigen Verfassungsschutzberichte, was da so an Angriffen passiert.

00:31:18: Hybrid heißt für alle, die es jetzt nicht so präsent haben, die Mischung aus Cyberangriffen, Sabotage-Akten, Spionage-Akten, aber auch eben Desinformationskampagnen.

00:31:28: Und da sind wir mittendrin.

00:31:30: Also wirklich mittendrin.

00:31:31: Es hat ja, glaube ich, Generalinspektor General Breuer gesagt, wir sind noch nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden.

00:31:38: Und damit meinte er genau das, dass wir auf hybrider Art und Weise eben längst in so einer Art Gefecht drinstecken.

00:31:44: Das ist den meisten, glaube ich, nicht so ganz bewusst.

00:31:47: Aber wenn es denn dann so ist, dann muss man aus meiner Sicht auch entschlossener und noch schneller die Dinge jetzt auf die Straße bringen.

00:31:55: Und in meiner Wahrnehmung gibt es zumindestens in dieser militärischen Bubble überhaupt kein Erkenntnisproblem, also null, wirklich zero.

00:32:04: Aber das Handeln dahinter in politischen Welten im Bundestag über verschiedenste Parteien und Fraktionen hinweg ist ganz offensichtlich eben nicht so einfach und nicht so schnell, wie ich das zumindestens gerne hätte.

00:32:17: Jetzt hat das natürlich auch eine Implikation, wir hatten das ja in einem unserer letzten Themen diskutiert, hat das natürlich auch eine Implikation auf die Wirtschaft.

00:32:26: Jetzt sprichst du von einer Bubble, kann man ja sagen, man ist innerhalb oder außerhalb dieser Bubble, hat das tatsächlich einen Einfluss bereits auf die Wirtschaft?

00:32:37: Hat die Wirtschaft die Sensitivität, dass dieses Szenario oder diese... dieser aktuelle Zustand möglicherweise auch eine hohe Delevanz auf ihr Unternehmen hat.

00:32:53: Das kann ich tatsächlich noch gar nicht feststellen.

00:32:55: Also sagen wir mal so, von all den Unternehmen, die wir da draußen haben in allen Größenordnungen gibt es natürlich sicherlich einige, die das absolut auf dem Schirm haben.

00:33:05: Ich nehme jetzt mal ganz bewusst die Rüstungsindustrie raus, denn dass die das wissen, das können wir glaube ich voraussetzen.

00:33:10: Aber selbst bei kritischer Infrastruktur gibt es ja eine ganze Reihe von Unternehmen.

00:33:15: bei denen die bestimmter Teil verstanden hat, ja, das kann uns alle betreffen und andere wegen Sichter auch noch in falscher Sicherheit.

00:33:22: Und wenn ich dann aber kritische Bereiche verlasse und in ganz andere Branchen gehe, sei es jetzt Lebensmittelbranche oder Finanzdienstleistung oder so, dann muss ich wirklich feststellen, dass da die Diskussion noch nicht angekommen ist, jedenfalls nicht in der gebotenen Ernsthaftigkeit.

00:33:38: Und selbst wenn man das Thema an sich irgendwie schon mal gehört hat und darüber nachgedacht hat, dann fehlt eigentlich jegliches Handeln bis dato.

00:33:45: Also eine echte Krisenvorsorge, wie man sie ja eigentlich auch schon aus einer Risikosicht heraus tun würde, sehe ich in den seltensten Fällen bis dato umgesetzt.

00:33:55: Und Krise, ich sage bewusst Krise, kann ja alles Mögliche bedeuten.

00:34:00: Das kann auch heißen, dass wir so wie jetzt im Sommer vier, vierundzwanzig Stunden keinen Strom haben.

00:34:06: Dann ist in dem Moment tatsächlich ja ein Stück weit das Leben lahmgelegt.

00:34:09: Du kriegst ja am Geldautomaten kein Geld.

00:34:11: Du kannst nicht an der Tankstelle tanken.

00:34:13: Du kannst auch wahrscheinlich gar nicht mit deiner EC-Karte bezahlen.

00:34:16: Du kriegst auch gar keinen angerufen.

00:34:18: Also die Kommunikation erliegt und damit irgendwie auch ein Stück weit wirtschaftliches Handeln.

00:34:23: Ich denke, dass diese Fälle ja durchaus realistisch sind.

00:34:27: Es kann auch ein Sabotage-Akt mal irgendwo stattfinden und dann ist irgendwie ein Mast lahmgelegt oder jemand hat deinen Unternehmen sozusagen dabei kotiert.

00:34:34: Aus einer Cyberaktivität daraus kennen das ja auch die meisten.

00:34:38: Aber eben das jetzt größer zu denken, das scheint irgendwie noch eine mentale Sperre drin zu sein.

00:34:44: Oder die Leute haben sich damit eben wirklich noch nicht ernsthaft genug beschäftigt.

00:34:47: Und ich denke, da sollten wir alle viel aktiver werden.

00:34:51: Und zwar völlig unaufgeregt, das zu durchdenken, was denn passieren würde, wenn.

00:34:56: So, da muss jetzt nicht gleich der Krieg ausbrechen.

00:34:59: Und hoffentlich bricht er auch nie aus.

00:35:00: Das möcht ihr auch ganz explizit sagen.

00:35:02: Es muss ja darum gehen, dass ein Krieg nicht stattfindet, auch bei uns nicht.

00:35:06: und dass wir glaubwürdig abschrecken.

00:35:08: Aber nehmen wir eben das Wort Krise, dann ist doch die Frage, wie gut sind wir auf Krise entvorbereitet?

00:35:13: und das glaube ich sagen zu können, nicht besonders gut.

00:35:18: Ich erlebe jetzt gerade in den letzten Wochen, Monaten viele Unternehmen, die sich jetzt aus anderen Industrien im Bereich Defenseindustrie, Verteidigungsindustrie hinein entwickeln wollen, neue Geschäftsbereiche aufmachen.

00:35:36: geraten ja dann auch, ich sag's mal immer mehr, auf das Radar.

00:35:41: Was hast du für die, für eine Empfehlung, sagst du, Muddling's Route durchmarschieren?

00:35:47: Oder gibt's da eine Empfehlung, auf die sich möglicherweise diese Unternehmen einstellen sollten?

00:35:54: Na ja, also zum einen gibt es ja das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, also ich weiß genau abkürzung nicht, BBK heißt das jedenfalls.

00:36:03: Das gibt ja sogar Tipps heraus für dich als Privatperson, aber auch für Unternehmen.

00:36:09: Und ob du jetzt in der Rüstungsindustrie aktiv bist oder in den Bereich Defense reingehst oder nicht, ich denke ganz allgemein aus einer Fürsorgepflicht für deine Mitarbeiter zum einen, aber auch gegenüber deinen Share Holdern zum anderen, solltest du doch Risiken möglichst früh erkennen und auch mitigieren.

00:36:25: Also sozusagen sicherstellen, dass die dich idealerweise nicht stark treffen.

00:36:29: Und deswegen gibt es ja auch in DAX-Konzern ein Risk-Management, die ja operationelle Risiken eben auch modellieren.

00:36:34: Aber ich glaube, diese neuen Arten von Risiken, die jetzt eben so auftauchen, die sind da noch ein bisschen unterbelichtet und das das natürlich zum Teil auch heißen kann, dass du Personen auf bestimmten Schlüsselpositionen, vielleicht auch einer stärkeren Hintergrundüberprüfung unterziehst, indem du zum Beispiel guckst, was machen die eigentlich Social Media-mäßig?

00:36:55: in welchen Ländern waren die in den letzten Jahren, also das, was du bei einer klassischen Sicherheitsüberprüfung ja auch abfragen würdest, das wäre aus meiner Sicht durchaus empfehlenswert und wie gesagt auch dem Betriebsrat denke ich absolut vermittelbar, denn das geht ja darum, dass du eben verhindern willst, dass jemand vielleicht Daten irgendwie rausgibt oder das Unternehmen sabotiert und damit dem gesamten Unternehmen und auch allen anderen eben schadet.

00:37:19: Also solche Themen sollte man machen, natürlich auch ganz klassisch, welche Zugangswege gibt es hier ins Unternehmen, Wie schütze ich den Zugang zum Unternehmen rein, mit welchen Mechanismen?

00:37:31: Und Cyber ist sowieso eigentlich bei allen, die in der IT-Abteilung sind, natürlich längst ein Thema.

00:37:35: Es ist witzigerweise das von all dem in diesem hybriden Ansatz, was eben schon seit Jahr und Tag bekannt ist und wo sehr aktiv auch agiert wird.

00:37:45: Wir haben ja vorhin nochmal über das Thema Sicherheitspolitik vielleicht ein bisschen aus der Brille Deutschlands gesprochen.

00:37:52: Die Faktion müssen wir das ja europäisch denken.

00:37:54: Wie gelingt es Europa da eine stärkere Autonomie, eine stärkere Souveränität?

00:37:59: So ein Schickelmacher hat ja heute das Gefühl speziell aus Deutschland heraus, es ist ja weniger die Entführungsanspruch, sondern eher die Fähigkeit zu zahlen.

00:38:07: Also man hat immer das Gefühl, man zahlt, zahlt, zahlt, aber als Führungsnation oder als Machtfaktor wirkt weder Deutschland noch Europa in dieser großen, weiten Welt.

00:38:20: Wie gelingt es da mehr Souveränität?

00:38:22: zu Virenität zu bekommen.

00:38:24: Naja, also ich denke tatsächlich am Ende ist das eine Gleichung zwischen Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftlicher Strahlkraft.

00:38:34: Uns ist so ein bisschen beides abhandengekommen.

00:38:37: Also auf beiden, blöderweise, auf beiden Variablen.

00:38:40: Aber die wirtschaftliche Stärke, die ist natürlich im internationalen Wettbewerb absolut entscheidend, abgesehen davon nur dann kann man sicher auch Verteidigungsfähigkeit als Land und auch als Unternehmen überhaupt leisten, denn das ist ja ohne Frage eine sehr teure Angelegenheit, die uns Bürger eben auch vor Riesen ja teilweise vielleicht sogar Opfer oder ich sag mal so Pareto-Prinzip mäßig, also Entscheidungen zwingt, wo man was anderes dann eben sein lassen muss, weil nicht alles gleichzeitig bezahlbar ist so.

00:39:08: Und wenn das aber so ist, dann ist eben die Stärkung der Wirtschaft aus meiner Sicht wirklich das aller vordringlichste, um auch überhaupt von Personen wie Trump und anderen Staaten ernst genommen zu werden.

00:39:19: und Uns fehlt da, glaube ich, als EU?

00:39:22: Jedenfalls in meiner Wahrnehmung irgendwie eine klare Strategie.

00:39:25: Wenn ich dann nach China gucke, die seit ewigen Jahren ihre Seidenstraßenstrategie verfolgen und das ja auch beinhart durchziehen und ganz konsequent über Jahre jetzt tatsächlich so machen, dann kann ich in Europa nicht erkennen, wo da unsere Strategie sein soll und wie wir uns da positionieren.

00:39:40: Das aber, glaube ich, wäre tatsächlich... Erst mal das Wichtigste zu klar zu haben, was wollen wir denn machen?

00:39:46: und dann sind wir, habe ich vorhin schon angesprochen, bei so Themen wie Bürokratieabbau, Unternehmergeiststärken, Innovationskraft eben tatsächlich fördern.

00:39:56: Für mich persönlich sind das wirklich eigentlich die Kernhebel.

00:39:59: Wenn ich das dann habe, werde ich natürlich wirtschaftlich in anderen Welten wieder ernster genommen und wenn ich dann parallel dazu eben auch verteidigungsbereiter werde und bitte schneller als langsamer.

00:40:09: dann hat das ja hoffentlich auch die abschreckende Wirkung, dass wir niemals in einen Krieg wieder mit dem Osten da sozusagen reingezogen werden.

00:40:16: Aber ich fürchte, das sind jetzt nicht die ganz einfachen Antworten, die man da finden muss, zumal du das ja mit europäischen Partnern eben auch abgestimmt machen musst, oder machen solltest.

00:40:26: Also, dass die nicht mal eingemessen

00:40:29: sind.

00:40:31: Ja, absolut.

00:40:31: Das macht das natürlich in der Tat schwierig, aber wir sind da als EU viel zu schwerfällig und... Ich kann durchaus verstehen, dass viele Menschen kritisch auf die EU gucken.

00:40:40: Andererseits denke ich persönlich, es gibt eigentlich keine Alternative zu diesem multilateralen Ansatz.

00:40:46: Also alleine, glaube ich, überhaupt nicht daran, dass man die Welt verändert kriegt.

00:40:50: Also das geht nur im Team.

00:40:52: Aber wie das jetzt sozusagen in einer EU, die so bürokratisch geworden ist, gelingen soll, das darf man durchaus mal kurz hinterfragen.

00:41:00: Ganz ja dann deinen politischen Einfluss ausüben, da noch ein bisschen nachzugehen.

00:41:05: Was muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss

00:41:19: bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr muss bis zum Jahr.

00:41:29: Konfrontation mit Russland bis zum Jahr zwanzig neunundzwanzig viel größer ist als ab zwanzig neunundzwanzig.

00:41:36: Und das liegt natürlich daran, das heißt natürlich, Entschuldigung, also soll nicht so flapsig klingen, aber es liegt eben daran, dass uns aus dem ersten Sondervermögen einiges an Bestellungen ja bis zum Jahr zwanzig neunundzwanzig zufließt.

00:41:49: Und das gilt nicht nur für uns hier in Deutschland, das gilt auch für die anderen NATO-Länder hier in Europa.

00:41:54: Wir also dann besser aufgerüstet sind, wenn auch noch lange nicht voll ausgestattet, aber eben besser aufgerüstet und damit ein stärkerer Gegner einfach wären.

00:42:02: Wenn ich jetzt auf der anderen Seite stehen würde und überhaupt zum Ziel hätte, jemanden anzugreifen, würde ich das immer tun in einer Phase der Schwäche und nicht warten bis derjenige aufmonitioniert ist.

00:42:13: Deswegen, so unbequem das auch klingt, ist eigentlich die Zeit von jetzt bis dahin.

00:42:18: aus meiner Sicht die Kritische.

00:42:19: Und das wird, und das ist auch eine ganz unschöne Aussage, gehört aber auch jetzt hierhin, das wird in dem Maße größer werden, wie die Ukraine in Waffenstillstand oder in Frieden hat.

00:42:29: Dabei ist das ja absolut jedem da zu wünschen, dass da der Krieg aufhört.

00:42:34: Aber dann gibt es eine ganze Reihe von Kampf-erprobten russischen Soldaten, die dann was machen.

00:42:40: Also, ich kenne Putin nicht, ich weiß auch nicht, was in seinem Kopf passiert, aber zumindest kann man da sich ja mal ein paar Gedanken machen.

00:42:47: Deine Frage aber war, was muss passieren?

00:42:49: Also in der Beschaffung ist ja einiges angestoßen worden und was die Finanzierung angeht, ist von der Regierung tatsächlich ja auch eine ganz deutliche Bereitschaft gezeigt worden, Mittel freizugeben.

00:43:01: Das heißt also finanzierungsseitig gibt es aus meiner Sicht das Problem im Augenblick nicht.

00:43:06: Beschaffungsseitig ist im Sommer das Bundeswehrbeschleunigungsbeschaffungsgesetz verlängert worden.

00:43:11: Das hat schon manche der ursprünglichen Schwierigkeiten gelöst, aber Wir erleben ja, dass es immer noch alles sehr schwerfällig ist, dass in Ausschreibungsprozessen häufig immer noch europäisch alles ausgeschrieben wird.

00:43:24: Das müsste man im Übrigen nicht tun.

00:43:26: Man könnte sich auf den Tatbestand der nationalen Sicherheit berufen, wie das andere Länder wie Frankreich zum Beispiel längst tun.

00:43:33: Und damit natürlich Dinge beschleunigen.

00:43:34: Es würde allerdings auch helfen, wenn wir das deutsche Wettbewerbsgesetz dringend verändern oder zumindest ein Zielrüstungsindustrie da ein bisschen vor die Klammer ziehen, denn das spuckt zu manchem hier.

00:43:45: im Beschaffungsprozessen in Deutschland in die Suppe.

00:43:47: Das ist im Prinzip so ein bisschen der Beschaffungsteil.

00:43:50: Zum Zweiten aber ist der personelle Aufwuchs auf meiner Sicht einfach ein Riesenbaustelle.

00:43:56: Und ja, da spreche ich jetzt überhaupt nicht im Sinne der Regierung, denn die Regierung hat dieses Wehrdienstgesetz ja auch mit den Stimmen der CDU verabschiedet.

00:44:04: Ich persönlich muss ganz ehrlich sagen, das ist auch wieder nur so eine halbe Sache.

00:44:08: Mehr war jetzt wahrscheinlich nicht möglich in den politischen Realitäten, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir eine Freiwilligkeit da vereinbart und gleichzeitig eine Lücke personell von ungefähr hundertzwanzigtausend Soldaten.

00:44:21: Wenn die jetzt nicht kommen, kann man bestimmte NATO der NATO gemachten Zusagen eigentlich überhaupt nicht einhalten.

00:44:27: Und das finde ich irgendwie auch mal dazu, sowas mal ehrlich auszusprechen und nicht immer so zu tun, als wäre dieses Wehrdienstgesetz jetzt wirklich die Antwort auf alles.

00:44:35: Ich glaube, wir verlieren da einfach ganz viel Zeit.

00:44:38: Und zum Dritten würde ich die das gesamte Thema Wehrwilligkeit auch sehr viel ernsthafter betreiben.

00:44:45: Also ich bin nun in diesem Herbst in Finnland gewesen, in Litauen, in Norwegen, in Ländern, in denen eine ganz hohe Bereitschaft gegeben ist, für das eigene Land einzustehen.

00:44:57: Und wenn man damit Wehrpflichtigen spricht, denn da gibt es ja überall die Wehrpflicht in diesen Ländern, mit jungen Menschen dann sagen die, meine Familie ist stolz auf mich, dass ich das tue.

00:45:06: Ich bin stolz auf mich und ich möchte meine Familie schützen können.

00:45:10: Das ist doch wirklich aller Ehren wert.

00:45:12: Also da sieht es keiner als eine Zugutung an, für ein Jahr irgendwas für eine Gemeinschaft zu tun.

00:45:19: und diejenigen, die da nicht genommen werden, sind eher diejenigen, die sagen, wieso bin ich eigentlich nicht dabei?

00:45:24: Das hat sich da komplett anders gedreht zu einer ganz ehrenvollen Sache.

00:45:28: Davon sind wir einfach in Deutschland so weit weg.

00:45:31: Und ich verstehe persönlich nicht, ich verstehe es wirklich nicht, warum wir so wenig bereit sind für unseren Wohlstand, für unsere Familie.

00:45:38: auch einfach einzutreten, ist mir nicht klar.

00:45:40: Ja, und ich finde, Männer und Frauen müssten das eigentlich machen und meinen wegen auch gar nicht nur achtzendjährige.

00:45:45: Es sollte sich doch jeder irgendwo an der Art und Weise auch engagieren.

00:45:49: Und da glaube ich, sollte die Regierung bei diesem ganzen Thema, und das ist wie eingangs besprochen, so eine Art Kulturwandel in Unternehmen.

00:45:57: Das ist jetzt nichts, was so einem Sprint erreichen könnte, aber irgendwo das mal anzufangen wäre gut.

00:46:02: Und ich würde auch dazu appellieren, Irgendwie so eine Initiative aufzusetzen.

00:46:06: Ich nenne die jetzt mal starkes Deutschland.

00:46:08: Initiative starkes Deutschland oder der Titel bitte nicht darauf festnageln, aber nur mal um es jetzt irgendwie zu benennen hier.

00:46:14: Ein Engagement von durchaus prominenten Vertretern der Gesellschaft.

00:46:19: Das sollten Unternehmer sein, Kirchenvertreter, aus Sportverbänden, aus Parteien, aus allen Bereichen eben der Gesellschaft, die sich ganz stark eben für so ein Thema auch hinstellen und einsetzen.

00:46:30: Interessanterweise passiert das ja immer, wenn es darum geht, gegen rechtsextreme Flagge zu zeigen, finde ich auch eine gute Idee.

00:46:36: Aber wieso gelingt es uns nicht, beim Thema Verteidigungsbereitschaft Ähnliches zu erreichen?

00:46:41: Also da, glaube ich, ist eine Menge zu tun.

00:46:43: und abschließend auf Unternehmerseite würde ich erstens zu einer echten Krisenvorsorge anregen, unaufgeregt, wirklich ohne Alarmismus, aber einfach mal nüchtern, durchdenken, was ist, wenn Folgendes passiert, wie gehe ich damit um?

00:46:56: Ja, wie sind Informationsketten?

00:46:59: Wer kümmert sich um wen?

00:47:01: Wo kriege ich überhaupt meine Leute her, wenn die Hälfte vielleicht irgendwo ein Blaulichtorganisation gebunden ist und so weiter?

00:47:06: Also einfach kindenvernünftige Krisenvorsorge zu betreiben.

00:47:09: Ja, herzlichen Dank für deine Zeit.

00:47:11: Ich hab mich sehr gefreut und auf das nächste Mal.

00:47:15: Ich danke dir, lieber Christian.

00:47:16: Ich möchte noch mit einem kleinen Appell enden, wenn ich darf.

00:47:19: Und zwar möchte ich noch alle gerne dazu auffordern, wer sich an Bahnhöfen bewegt und Kameraden sieht.

00:47:25: Und an Bahnhöfen sieht man sie ja als Kamerad, weil sie in Uniform ... sind und wenn sie in Uniform sind, ja auch kostenfrei Bahn fahren dürfen.

00:47:32: Geht doch bitte einfach mal hin und bedankt euch bei den Kameraden für ihren Dienst.

00:47:36: Ihr werdet feststellen, jeder wird das merken, dass die Kameraden sich wahnsinnig freuen und dass man auch sofort in einem sehr sympathischen Gespräch und Austausch ist und das hilft einfach, Barrieren abzubauen.

00:47:46: Abgesehen davon Wertschätzung haben diese Kameraden auf jeden Fall verdient und von daher, das wäre mein letzter Appell und ansonsten bedanke ich mich sehr herzlich für die Einladung in diesem PackCast.

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